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Verstecken spielen

3. Juni 2007

Heute schrieb ich keinen Brief an meine ehemalige Mama in Billigheim, denn meiner Ansicht nach gibt es nichts weltbewegendes zu berichten.

Dass ich jeden Tag etwas Neues und Interessantes entdecke, das ist wohl ganz klar, aber keinesfalls erwähnenswert, finde ich. Was mich halt nach wie vor fasziniert sind Ritzen, Höhlen, Schlitze, dunkle Löcher, und seien sie noch so klein. Überall versuche ich reinzukommen.

In Mamas Zimmer steht ein Schrank mit einem riesigen Spiegel. Wenn ich dort vorbeirenne sehe ich immer einen Spielkameraden. Ich mache die tollsten Verrenkungen und Sprünge, gurre wie eine Taube, aber so richtig spielt die andere Katze nicht mit mir. Ich versuche hinter oder unter den Schrank zu kommen um sie dort zu suchen, denn wenn ich am Spiegel vorbei bin, dann ist die andere Katze auch weg. Bin gespannt wie lange ich noch den Affen für diese andere Mieze mache und sie trotzdem nicht mit mir spielt.

Heute Abend werde ich einfach nicht müde. Die Geisterstunde ist schon vorbei und ich geistere immer noch rum. So lange hielt ich es noch nie aus.

Jetzt hab ich mich zurückgezogen, still und heimlich, und Mama weiß nicht wo. Mal sehn, vielleicht verrate ich ihr morgen früh mein Versteck. Ganz ehrlich, ich schlafe nämlich oft an den unmöglichsten Stellen.

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